Last Updated on 23. März 2024 by Henning Schweer

Japanreise – Hiroshima: Die vierte Station unserer Japanreise 2023 führte uns – nach unserem Stopp bei den heißen Quellen in Beppu – nach Hiroshima. Eine Stadt, die allgemein für den Schrecken des Abwurfes der ersten Atombombe auf eine ziviles Ziel steht. Am 06.08.1945 um 08:15 Uhr wurde die Atombombe über Hiroshima gezündet. Die Stadt wurde in der Folge komplett zerstört, ein Viertel der Bewohner starb sofort, bis heute gibt es durch die Spätfolgen über 300.000 Opfer. Aber Hiroshima ist mehr als die Erinnerung an diese furchtbaren Ereignisse, wir begegneten hier einer sehr lebendigen und modernen Großstadt, die auf jeden Fall einen Besuch wert ist. Auch dieses Mal haben wir unser aktuelles Ziel zu Fuß erlaufen und die Stadt bei bestem Wetter erkundet.

Zu Fuß ins Stadtzentrum von Hiroshima

Japan Hiroshima Harbour
Am Anleger im Hafen (Bild: Privatarchiv).

Wir standen an diesem Tag um 07:00 Uhr auf, legten gegen halb acht an und machten uns um 09:00 Uhr zu Fuß aus dem Hafengebiet auf den Weg in die Innenstadt. Hierzu liefen wir zunächst etwa eine Stunde durch Gewerbe- und Wohngebiete in Richtung des Hijiyama-Parks. Dieser liegt erhöht wie ein ummauerter Berg mitten in der modernen Stadt. Der Park ist – wenn man ihn erstmal erklommen hat – erfrischend grün, wenn auch etwas unspektakulär. Von hier kommt man einfach zum Friedensboulevard. Eine der großen modernen und geraden Straßen der Stadt, gesäumt von breiten Geh- und Baumstreifen, die schließlich über die Brücke über den Motoyasu-Fluß zum Friedenspark, der zentralen Gedenkstätte in der Stadt führt.

Der Friedenspark

Japan Hiroshima view to peace parc
Blick über den Fluss Richtung Friedenspark (Bild: Privatarchiv).

Noch auf dem Friedensboulevard kamen wir zunächst am Denkmal für das medizinische Personal in der Stadt, das durch den Bombenabwurf, die Strahlung und die Folgeschäden der Katastrophe ums Leben gekommen ist vorbei. Der Friedenspark – eigentlich Friedensgedenkpark Hiroshima – selbst markiert grob das Zentrum der damaligen Explosion. Der Park liegt anstellte des zerstörten Stadtteils Nakajima auf einer Insel zwischen den Flüssen Motoyasu und Honkawa hat über 120.000 qm Fläche und beinhaltet über 70 Monumente und Denkmäler. Er ist zentraler Erinnerungsort aber zugleich auch Naherholungsgebiet für die Stadtbewohner. Entworfen wurde er ab 1955 vom Architekten Tange Kenzo.

Hiroshima Denkmal Japan
Das Denkmal für das medizinische Personal am Friedensboulevard (Bild: Privatarchiv).

Es gibt ein Museum, einen Kenotaph, eine ewige Flamme, einen Gebetssprungbrunnen, die Nationale Erinnerungsgedenkstätte, einen Gedenkort für die gestorbenen Kinder, die koreanischen Opfer, die Friedensglocke und einen Gedenkstein für den Ort, an dem die Toten verbrannt wurden. Der weithin bekannte sog. Atombomben-Dom, die Ruine der Industrie- und Handelskammer – steht am Flussufer gegenüber der Insel und bildet eine optische Linie mit der ewigen Flamme, dem Kenotaph und dem Museum. Ich muss sagen, dass ich noch nie eine so schöne und dadurch würdige und ergreifende Gedenkstätte wie diesen Park gesehen habe.

Japan Hiroshima Friedenspark
Der Kenotaph, die ewige Flamme und der Blick zum „Atombomben-Dom“ im Friedenspark (Bild: Privatarchiv).

Zugleich ist der Park auch sehr belebt, viele Bewohner und Beschäftige aus dem umgebenden Stadtzentrum nutzen ihn zur Entspannung und für die Mittagspause. Eine Verbindung von Gedenken und alltäglichem Leben, die uns sehr beeindruckt hat. Wir haben auch den „Phönix-Baum“ besucht, der trotz seiner unmittelbaren Nähe zum Explosionszentrum wieder ausgetrieben hat. Ein Zeichen für die enorme Widerstandskraft der Natur gegen die menschliche Zerstörungskraft. Bei unserem Besuch war der Baum aber nach dem Winter noch nicht wieder ergrünt.

Hiroshima Japan Phoenix Tree
Der Phönix-Baum im Friedenspark (Bild: Privatarchiv).

Eine lebendige moderne japanische Stadt

Hiroshima ist durch den kompletten Wiederaufbau eine sehr moderne und großzügig geplante Stadt. Wie überall auf unserer Japanreise ist es auch hier sehr sauber, man hat fast das Gefühl, vom Asphalt essen zu können. Es wurde aktuell auch umfassend weiter gebaut und modernisiert, teilweise auch im Zusammenhang mit dem G7-Treffen, das einige Wochen nach unserem Besuch im Mai 2023 in Hiroshima stattfand. Auf unserem Weg zur – nachgebauten – Karpfenburg kamen wir durch ein neu angelegtes großes Areal mit einem Park, zentralen Platz, Cafés nahe am Kunstmuseum. Die Karpfenburg mit dem zugehörigen Gelände ist sehr schön im alten japanischen Stil wieder aufgebaut worden, das Hauptgebäude haben wir allerdings selbst nicht besucht.

Japan Hiroshima Castle
Blick auf die rekonstruierte Karpfenburg (Bild: Privatarchiv).

Ein wirklicher Höhepunkt unseres Besuches war der japanische Garten Shukkei-en, auch dieser wurde komplett rekonstruiert. Das Ergebnis ist ein beeindruckender japanischer Garten, zudem bei unserem Besuch in voller Kirschblüte, mitten in der hypermodernen Stadt zwischen riesigen Hochhäusern. Meiner Meinung nach der schönste Garten, den wir in Japan gesehen haben. Im Anschluss an den Besuch, haben wir uns langsam in Richtung Hafen begeben, da mein Mann um 17:15 Uhr noch einen Kurs an Bord gab.

Japan Hiroshima Shukkei en Parc
Altes Japan in der modernen Stadt: der rekonstruierte Shukkei-en-Park (Bild: Privatarchiv).

Zunächst machten wir aber noch einen Zwischenstopp im kleinen Café Wakakusa, das direkt in einem Wohnviertel etwas abseits der Touristenströme liegt und von einem sehr freundlichen Paar geführt wird. wir hatten erfrischenden hausgemachten Lemon-Squash mit Honig und dazu beide köstliche üppig belegte Sandwiches. Im Anschluss kauften wir uns noch Wegzehrung für den Rückweg in einer kleinen Bäckerei, süße Puddingteilchen und Teilchen mit einer roten Bohnenfüllung, die wir bei einer Pause am Kyobashi-Flussufer verzehrten. Sehr fluffig und lecker! Dann sind wir erst am Fluss entlang und schließlich wieder durch die Wohn- und Gewerbegebiete zurück zum Hafen geschlendert. Gegen 16 Uhr waren wir wieder auf dem Schiff.

Gegen 18:00 Uhr war dann Auslaufen bei bestem Wetter und untergehender Sonne durch die Bucht von Hiroshima, die sehr malerisch ist, mit vielen grünen Inseln. Die Fahrt ging dann über Nacht zu unserem letzten Stopp in Japan, Fukuoka.

Wenn Dir dieser Beitrag gefallen hat, dann sag es gerne weiter: ganz am Ende dieses Beitrages findest Du entsprechende Möglichkeiten, ihn zu teilen. Wenn Du regelmäßig über neue Beiträge auf meinem Blog informiert werden möchtest, kannst Du dort auch meinen RSS-Feed abonnieren.

Externe Links zum Beitrag „Japan Teil 5: Hiroshima“:

Wikipedia-Eintrag zum Friedenspark (Letzte Prüfung: 11.02.24)

Über das Hiroshima-Friedensdenkmal auf japan.travel (letzte Prüfung 11.02.24)

Wakakusa Coffee auf top-rated.online (letzte Prüfung 11.02.24)

Wikipedia-Eintrag zur Karpfenburg (letzte Prüfung 11.02.24)

Internetseite des Shukkei-en Park (auf japanisch, letzte Prüfung 11.02.24)