Last Updated on 30. Juli 2023 by Henning Schweer

Japanreise – Tokyo: im März und April 2023 hatten mein Mann und ich Gelegenheit, nach Japan zu reisen. Damit konnten wir uns einen lange gehegte Traum erfüllen. Und wir können sagen, die Realität hat unsere Erwartungen noch übertroffen! Auf dieser Reise konnten wir Tokyo, Kobe, Beppo, Hiroshima und Fukuoka besuchen, genau zur Zeit der Kirschblüte. Das Land und seine Menschen sind geprägt von einer faszinierenden Kultur, die sich mit ihrer Betonung von Freundlichkeit, Höflichkeit und gegenseitiger Rücksichtnahme in meinen Augen wohltuend von unserem deutschen Alltag abhebt. Unser erster Halt war in Tokyo, der mit ca. 37 Mio. Einwohnern größten Metropolregion der Welt.

Wir erkunden neue Städte am liebsten zu Fuß und so haben wir unseren – leider nur kurzen Aufenthalt in Tokyo – genutzt, um die Stadt mit einem Spaziergang zu erkunden. Als Ausgangspunkt für unseren fast 20 km langen Spaziergang hatten wir uns die berühmte Kreuzung „Shibuya Scramble Crossing“ im gleichnamigen Bezirk Shibuya ausgesucht, Zielpunkt war der kaiserliche Palast im Bezirk Chiyoda im Herzen der Stadt.

Startpunkt: Shibuya-Kreuzung (Shibuya Scramble Crossing)

Die Shibuya-Kreuzung dürfte eine der berühmtesten Kreuzungen der Welt sein. Angeblich passieren hier pro Grünphase bis zu 3.000 Personen die Straße (behauptet zumindest Wikipedia). Es ist faszinierend, zu beobachten, wie sich unzählige Menschen – gesittet und ohne sich anzurempeln – über die Kreuzung bewegen, wenn alle Fußgängerampeln gleichzeitig auf grün schalten. Zumal man die Kreuzung – wie häufig in Japan – auch diagonal überqueren kann. Die Kreuzung liegt direkt am Bahnhof Shibuya und ist somit leicht per U-Bahn leicht zu erreichen. Sie ist umgeben von Hochhäusern mit großen elektronischen Werbetafeln und dementsprechend wirkt die ganze Umgebung quirlig und geschäftig.

Dort findet sich auch das Denkmal für den Hund Hachiko, welcher in den 1920er Jahren sein Herrchen jeden Morgen zum Bahnhof Shibuya begleitete und dort am Abend wieder erwartete. Als sein Herrchen 1925 starb, setzte der Hund angeblich sein Verhalten bis zu seinem Tod 1935 unbeirrt fort und wartete täglich – vergeblich – auf dessen Rückkehr. Eine Geschichte, die Anfang der 1930er landesweit bekannt wurde und seither gilt der Hund als Inbegriff der Treue. Der Stadtteil Shibuya ist zudem bekannt als eines der Zentren von Tokyos Nachtleben. und nicht zuletzt liegen hier auch einige – noch immer genutzte – Sportstätten der Olympischen Spiele von 1964 an denen wir auf unserem weiteren Weg zum Meiji-Schrein auch vorbeigegangen sind.

Japan Tokyo Shibuya Scramble Crossing
Ein Blick in Richtung Shibuya Scramble Crossing (Privatarchiv).

Zum Yoyogi-Park und Meiji-Schrein

Der Yoyogi-Park entstand auf dem Gelände der Olympischen Spiele von 1964. Auch heute kann man hier noch Teile der alten Sportstätten sehen, die immer noch genutzt werden (teilweise für die Olympischen Spiele 2020) und in deren moderne Gestaltung zugleich Elemente der klassischen japanischen Kultur eingeflossen sind. Unser Weg durch den Park führte uns dann zum Meiji-Schrein. Beide Anlagen wurden auf der gleichen Fläche angelegt, das zuvor als Übungsplatz für das Militär genutzt wurde.

Der Schrein selbst wurde Anfang des 20. Jahrhunderts nach dem Tod des Meiji-Tenno errichtet. Das Gelände ist sehr beeindruckend und wirkt mit seiner großen Parkanlage, als ob es seit Jahrhunderten bestehen würde und nicht erst knapp hundert Jahre. Ein Ergebnis sorgfältiger Planung, auch wenn die Anlage und die Bepflanzung sehr natürlich wirkt, ist hier nichts dem Zufall überlassen, sondern sorgfältig geplant. Eine Vielzahl von Torii säumen den Weg zum eigentlichen Schrein und den Nebenschreinen. Eine sehr schöne Anlage, die sich auf jeden Fall zu besuchen lohnt.

Tokyo Meiji Schrein Japan
Eines der Torii am Eingang zum Meiji-Schrein (Privatarchiv).

Quer durch Aoyama

Hatte es am Anfang unseres Spazierganges noch leicht geregnet, so wurde das Wetter ab unserem Besuch am Meiji-Schrein immer besser, bis schließlich am Ende strahlender Sonnenschein herrschte. Unser Weg Richtung Kaiserpalast führte uns nun durch das Viertel Aoyama, welches als Shoppingviertel bekannt ist. So ging es über Einkaufstraßen vorbei an einem interessanten Gebäude-Mix aus moderner Architektur, der eine Vielzahl internationaler Marken beheimatet. Im Kontrast dazu steht der Friedhof Aoyama. Ein stille Insel in der Stadt mit langen Reihen von Kirschbäumen, die alle in voller Blüte standen. Hier begegneten wir auch den typischen japanischen Krähen mit ihren großen Schnäbeln, deren eigentümliches Krächzen immer wieder in der Stadt zu hören ist. Vom Friedhof Aoyama wanderten wir dann durch den kleinen Nogi-Park – wie so oft Teil eines Schreines – in das Viertel Akasaka.

Japan Tokyo Aoyama Friedhof
Der Friedhof Aoyama mit seinen vielen blühenden Kirschbäumen (Privatarchiv).

Durch Akasaka in Richtung Regierungsviertel

Auch wenn Akasaka als Geschäftsviertel gilt, machte der Teil, den wir auf unserem Weg durchwanderten, einen ganz anderen Eindruck. Wie so häufig in Tokyo folgte auf hohe plötzlich niedrige Bebauung und obwohl wir uns immer weiter dem Stadtzentrum näherten, machte der Stadtteil auf uns einen wenig touristischen und fast schon Vorstadteindruck: Viele kleine Restaurants, Läden und Wohnbebauung wechseln sich hier ab und man kann angenehm durch die Straßen flanieren.

Umso größer war der Kontrast, als wir kurz darauf am Hie-Schrein vorbei in das Regierungsviertel von Tokyo traten, mit seinen riesigen Hochhäusern und diversen Regierungsgebäuden wie dem Sitz des Premierministers, den unterschiedlichen Ministerien und dem Parlamentsgebäude. Zeitgleich stieg auch die Zahl der Anzugsträger und der Wachleute deutlich an. War es kurz zuvor auf unserem Weg noch eher ruhig und gelassen zugegangen, umgab uns nun eifrige (aber immer rücksichtsvolle) Geschäftigkeit.

Tokyos Regierungsviertel
Hochhäuser und Geschäftigkeit: das Regierungsviertel in Tokyo (Privatarchiv).

Nach fast 20km am Ziel: der kaiserliche Palast

Schließlich erreichten wir unser Ziel, den kaiserlichen Palast mit in Tokyo. Dabei muss man dazu sagen, dass nur wenige Bereiche dieses großen Areals für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Betretbar sind nur die „Vorgärten“, die aber schon sehr beeindruckend sind. Offenbar gab es auch ein Event auf dem Gelände, als wir da waren, mit einem großen Aufgebot an Polizei vor dem Palast. Der Palast (bzw. das ummauerte Gelände) selbst wirkt wie ein Insel inmitten der Hochhäuser, die ihn umgeben. Vor dem eigentlichen Palast gibt es noch eine große öffentliche Rasenfläche, akkurat gepflegt und voller sorgfältig in Form geschnittener Kiefern.

Kaiserpalast und modernes Tokyo
Japan zwischen Tradition und Moderne: der Kaiserpalast gegenüber dem Hochhausmeer (Privatarchiv).

Auch wir haben natürlich die Möglichkeit genutzt, die berühmte steinerne Zweibogen-Brücke „Seimon-ishibashi“ zum Palast zu fotografieren, die nur selten und nur für wenige offizielle Gelegenheit geöffnet und benutzt wird.

Die berühmte Zweibogenbrücke, die nur bei besonderen Anlässen als Zugang dient (Privatarchiv).

Mit diesem Foto endete unsere Sightseeing-Tour und wir nutzen die nahe gelegene Bahn-Station Shimbashi für unseren Rückweg. Tokyo hat uns beide tief beeindruckt und wir wollen dieser faszinierenden Stadt auf jeden Fall einen zweiten Besuch abstatten. Für uns ging es nach diesem gelungenen Start weiter zu unserer nächsten Station in Japan: der Stadt Kobe. Hierzu gibt es mehr in diesem und diesem Blogbeitrag.

Weitere Beiträge auf meinem Blog:

Japan – Teil 2: Kobe entdecken

Japan – Teil 3: Unser zweiter Tag in Kobe

Frühling: 4 einfache Gedichte

Einfache Freuden: selbstgemachter Kokospudding

4 Tipps für mehr Ruhe und Gelassenheit

Externe Links:

Visit Tokyo (Seite des Tokyo Convention & Visitors Bureau), Stand 14.05.23

Informationen zu Tokyo auf Wikipedia, Stand 14.05.23