Last Updated on 19. November 2023 by Henning Schweer

Trauer und Trost sind Themen, die mich oft in meinen Gedichten beschäftigen. Gedichte zu schreiben, war für mich immer wieder eine wichtige Hilfe, um eigene Trauererfahrungen zu verarbeiten. Auch der Anstoß, meine beiden Gedichtbände „Januarstrand“ und „Gekritzel auf meiner Haut“ zusammenzustellen und zu veröffentlichen hat Ihren Ursprung in meinen persönlichen Verlusterfahrungen. Da heute „Gekritzel auf meiner Haut“ sein einjähriges Publikationsjubiläum hat, möchte ich Euch in diesem Beitrag drei meiner persönlichen Favoriten sowie ein neues Gedicht aus meiner Schreibwerkstatt präsentieren.

In meinem Beitrag „Frühling: 4 einfache Gedichte“ hatte ich Euch bereits berichtet, dass ich nach längerer Pause wieder zum Schreiben gefunden habe. Nachdem ich Euch dort schon drei Gedichte aus meiner Schreibwerkstatt gezeigt habe, hier nun ein weiteres, inspiriert von meinem Besuch auf dem Aoyama-Friedhof in Tokyo.

Zwischen den Steinen

So lange bist Du schon fort

und immer frage ich mich,

denke ich oft genug an Dich?

Ich stehe zwischen den Steinen,

im warmen Licht ist es so still.

Stumm wandern die Schatten

in der Frühlingssonne.

So lange bist Du schon fort

und doch hoffe ich,

Du trittst gleich neben mich.

Ich stehe zwischen den Steinen,

doch die Tränen wollen nicht fließen,

die Enge meines Herzens

sich nicht lösen.

So lange bist Du schon fort

und leise spreche ich zu mir,

warum bist du nicht hier.

Ich gehe zwischen den Steinen,

Blüten rieseln sanft auf den Weg hinab.

In der Ferne, weit vor mir, wandern

Gestalten, schemenhaft im Licht.

Trauer Trost Gedichte
Haydan As-soendawy at Pexels

Herr der Stille

Gott, Herr der Stille,

zwischen den Bäumen

suche ich Dich,

im grüngoldenen Licht

zwischen den Blättern,

im Rauschen des Windes

in den Wipfeln.

Gott, Herr der Stille,

mein Herz ist so schwer

vor Kummer,

keine Worte können ihn

von mir nehmen,

noch so viel Zeit

ihn vertilgen.

Gott, Herr der Stille,

mit den Toten

warte ich im Wald,

bei den Gräbern

spreche ich mein Gebet

mit lautlosen Lippen,

dass der Wind es zu Dir trägt.

Gedichte Trauer Trost
Athena at Pexels

Am Horizont

Im Glitzern
auf den Wellen
sehe ich dein Boot
am Horizont,
ein Schemen
zwischen Meer
und Himmel,
mit jedem Blinzeln
trägt der Wind
es weiter fort,
nur ein Augenblick
und es verschwindet
im Licht.

Marcelo Chagas at Pexels

Unsere Liebe

Unsere Liebe wird überdauern,
weder Meere noch Berge
können uns trennen,
noch Jahre und Tage
zwischen uns stehen.

Und lägen alle Himmel
zwischen uns,
unsere Liebe würde
uns zueinander tragen
wie Schwingen aus Morgenlicht.

Wieviel Hass und Missgunst
die Menschen über uns
auch ausbreiten mögen,
unsere Liebe würde
all ihrer Bosheit widerstehen.

Selbst der Tod wird uns
nicht trennen,
zerfielen unsere Körper auch
zu Asche und Staub,
in unserer Liebe blieben wir eins.

Externe Links zu meinen veröffentlichten Gedichten

Wenn Dir dieser Beitrag gefallen hat, findest Du noch mehr Lyrik von mir unter den folgenden Links als Printausgabe und eBook im Buchhandel: Januarstrand und Gekritzel auf meiner Haut.

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