Last Updated on 19. Dezember 2023 by Henning Schweer

Selbstgemachtes Müsli: Ich habe ja schon in einem früheren Beitrag angemerkt, dass ich bei Diskussionen über die Frage eines gesunden Lebensstils das Thema Ernährung im Vergleich zum Thema Bewegung häufig überbetont finde. Trotzdem beschäftigte ich mich auch mit der Frage, wie ich mich gut ernähre (zumal ich sehr gerne selber koche und backe). Bezüglich des Frühstücks haben mich dabei lange zwei Probleme beschäftigt: erstens bin ich ein ausgeprägter Morgenmuffel und daher zumindest in der Woche einfach nicht in der Lage, morgens früh viel Aufwand in mein Frühstück zu investieren.

Zweitens hatte ich lange das Problem, dass ich trotz Frühstück bereits am frühen Vormittag wieder Hunger bekam und begann, neben der Arbeit zu essen. In Bezug auf mein Gewicht war das nicht wirklich hilfreich. Was also tun?

Die Lösung bestand für mich darin, unter der Woche vom klassischen Frühstück mit Brot bzw. Brötchen auf Müsli umzustellen. Das gelang mir erfolgreich allerdings erst, als ich begann, mein Müsli selber herzustellen. Gekauftes Müsli war mir einfach zu süß, zu pappig oder auch schlicht für die gebotene (bzw. eher nicht gebotene) Qualität überteuert.

Zumal ich es in der Regel eh nicht einsehe, Dinge, die ich einfach selber machen kann, teuer irgendwo zu kaufen oder zu bestellen (und damit auch wieder Folgekosten für die Umwelt zu verursachen). Das eigene Müsli herzustellen ist dabei wirklich unkompliziert. Es geht schnell, es braucht keine komplizierten Zutaten und man kann es gut auf Vorrat zubereiten. Die Menge, die ich normalerweise herstelle, reicht mir in der Regel für mindestens eine Woche.

Apropos komplizierte Zutaten: wer unbedingt möchte, kann natürlich Lifestyle-Lebensmittel (Chia-Samen, Goji-Beeren oder was auch immer gerade an Trends durch die mediale Konsumblase wabert) in sein Müsli tun, braucht man aber in meinen Augen nicht. Warum überteuerte Chia-Samen verwenden, die unter hohen sozialen und ökologischen Folgekosten produziert und um die halbe Welt geflogen werden, wenn es europäische Leinsamen für einen Bruchteil des Preises genauso tun? Die exotischste Zutat in meinem Müslirezept dürfte der Sesam sein. Aber ich will niemanden davon abhalten, das folgende Rezept nach eigenen Wünschen aufzumöbeln.

selbstgemachtes müsli
Verwende einfache Zutaten, zum Beispiel Haferflocken (Bild: NastyaSensei at Pexels)

Zutaten für selbstgemachtes Müsli

6 Tassen kernige Haferflocken
2 Tassen Sonnenblumenkerne
2 Tassen Kürbiskerne
1 Tasse Leinsamen
1 Tasse ungeschälter Sesam
2-3 EL gehackte Mandeln
2-3 EL Trockenfrüchte, z.B. Rosinen
1/3 -1/2 Tasse Sirup oder flüssiger Honig nach Wahl

1 große Pfanne und 1 Pfannenwender
1 großes, verschließbares Aufbewahrungsgefäß

selbstgemachtes Müsli
Die Zutaten schrittweise rösten.

Zubereitung
– Zunächst die Mandeln, Kürbis- und Sonnenblumenkerne in die Pfanne geben und bei mittlerer Hitze unter Rühren langsam leicht anrösten, bis sie knacken.

– Dann Leinsamen und Sesam hinzugeben und ein paar Minuten mitrösten. Weiterrühren und die Hitze im Blick haben, damit die Mischung nicht verbrennt.

– Die Haferflocken hinzufügen und ebenfalls kurz rösten. Dann den Sirup/Honig hinzufügen und unter Rühren einige Minuten karamellisieren lassen.

– Zum Schluss die Trockenfrüchte unterrühren, die Pfanne vom Herd nehmen und die Mischung auskühlen lassen. Dabei zwischendurch immer wieder durchmischen, damit sie nicht verklebt.

– Die abgekühlte Mischung in das Aufbewahrungsgefäß füllen und am Besten innerhalb von zwei Wochen verbrauchen.

selbstgemachtes Müsli
Das fertige Müsli auskühlen lassen.

Ein Frühstück mit sechs bis sieben Esslöffeln dieses Müslis mit Milch und einem Stück Obst – zum Beispiel einer klein geschnittenen Banane oder Apfelstücken – machen mich bis zum Mittag satt.

Das Rezept kann leicht variiert werden. Wer möchte, kann z.B. anstelle von Haferflocken andere Getreideflocken verwenden. Statt Rosinen habe ich auch schon von anderen Rezepten übrig gebliebene getrocknete Aprikosen (kleingeschnitten) zugegeben. Die gehackten Mandeln lassen sich durch gehackte Haselnüsse ersetzen usw.

Der Fantasie sind dabei letztlich keine Grenzen gesetzt. Auch die Süße des Müslis kann durch die zugegebene Sirup-Menge angepasst werden. Was allerdings nicht funktioniert ist der Einsatz von Zuckerersatz wie Xylit oder Stevia für den Sirup/Honig, da diese Austauschstoffe in der Regel nicht karamellisieren. Ich persönlich finde das aber nicht weiter schlimm, da aus meiner Sicht diese Produkte eh zu teuer und für meine alltägliche Ernährung unnötig sind.

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