Last Updated on 15. März 2023 by Henning Schweer

Viele Menschen wünschen sich ein Wundermittel für Ihre Gesundheit. Eine Pille, ein Super-Food oder eine Zaubertechnik, die sie ohne großen eigenen Aufwand in kürzester Zeit gesund, fit, schön, erfolgreich oder was auch immer macht. Die schlechte Nachricht ist: ein solches Wundermittel gibt es nicht und wird es nie geben. Wir müssen für unsere körperliche und seelische Gesundheit selbst aktiv werden, unsere Gewohnheiten analysieren, sie entsprechend ändern und zwar nachhaltig. Das kann uns niemand abnehmen. In meinen Augen heißt dies aber auch: wir haben viele Möglichkeiten, unser Wohlbefinden selbst verbessern. Das muss im ersten Schritt nicht kompliziert sein. Mit den folgenden fünf einfachen Fragen prüfe ich zum Beispiel regelmäßig mich selbst und mein (Gesundheits-)Verhalten, wenn ich mich nicht gut fühle.

Gesundheitsfrage 1: Schlafe ich genug?

Gesundheit Frage Habe ich genug geschlafen?
Schläfst Du genug? Mister Mister at Pexels

Schlaf ist Medizin für unseren Körper und unseren Geist. Im Schlaf erholt sich unser Körper und repariert Schäden, unser Gehirn speichert neu gelernte Dinge ab und verarbeitet aktiv Informationen, Gefühle und Erlebnisse des Tages. Ohne ausreichend Schlaf gehen wir Menschen langsam zugrunde. Schlafmangel schädigt unsere Gesundheit, fördert Übergewicht, Stress und psychische Probleme. Umso kritischer ist es, dass in unserer Gesellschaft Schlafmangel und Schlafprobleme weit verbreitet sind und unsere modernen Lebensgewohnheiten einem gesunden Schlaf zutiefst abträglich sind. In der Folge ist sowohl unsere Schlafdauer zu kurz als auch unser Schlaf selbst schlecht. Wenn Du Dich nicht gut fühlst und etwas für Deine Gesundheit tun willst, sollte in meinen Augen eine der ersten Fragen also sein: schlafe ich genug?

Die optimale Schlafmenge für Erwachsene liegt laut diverser Untersuchungen zwischen sieben und acht Stunden. Wie viel Schlaf man selber braucht, ist dabei individuell, der eine kommt schon mit sieben Stunden aus, der andere braucht vielleicht sogar mehr als acht Stunden. Hier hilft es, sich selbst zu beobachten und über einen längeren Zeitraum zu prüfen, ab welcher Schlafmenge man sich erholt fühlt. Stellst Du grundsätzlich fest, dass Du offenbar zu wenig schläfst oder Dein Schlaf selbst wenig erholsam ist, ist ein erster Schritt, die eigene Schlafhygiene zu verbessern. Tipps für eine gute Schlafhygiene findest Du in meinem Beitrag über mehr Ruhe und Gelassenheit im Leben.

Gesundheitsfrage 2: Trinke ich genug Wasser?

Gesundheit Frage Habe ich genug Wasser getrunken?
Trinkst Du genug Wasser am Tag? Bild: RODNAE Productions at Pexels

Wasser ist Leben. Ohne ausreichend Flüssigkeit können wir Menschen nur sehr kurze Zeit überleben. Wasser ist elementar um unseren Stoffwechsel, Flüssigkeits- und Wärmehaushalt zu regulieren und sorgt für den Abtransport von Abfallprodukten im Körper. Flüssigkeitsmangel führt neben Durst schnell zu Symptomen wie Kopfschmerzen, Kreislaufproblemen, trockener Haut und Abfall der geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit. Um unseren Körper gut zu versorgen sollten wir laut Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung täglich mindestens 1,5 Liter Wasser zu uns nehmen. Je nach Alter, körperlicher Belastung und Umgebungstemperatur kann dieser Wert aber sehr schnell nach oben gehen. Für Deine Gesundheit solltest Du Dich also regelmäßig fragen, ob Du genug Wasser trinkst.

Ich sage bewusst Wasser, denn es ist in meinen Augen der beste Durstlöscher. Die große Vielfalt an zuckerhaltigen Getränken, egal ob Softdrinks, Fruchtsäfte oder irgendwelche Light-Getränke mit Ersatzstoffen eignen sich nicht, um für einen gesunden Flüssigkeitshaushalt zu sorgen. Das gilt noch einmal verschärft für Alkohol, der meiner Meinung nach am Besten komplett gemieden werden sollte, da er sowohl ein starkes Zellgift ist als auch viele Kalorien enthält. Wem einfaches Wasser zu langweilig ist, kann das Wasser z.B. mit einem Schuss Zitronensaft oder etwas Ingwer versetzen oder eine leichte Saftschorle (ich nehme meist 1 Teil Saft auf 4-5 Teile Wasser) herstellen. Auch ungesüßte Früchte- und Kräutertees sind eine mögliche Alternative.

Prüfe also regelmäßig, ob Du ausreichend getrunken hast. Verbessere Deine Flüssigkeitsbilanz, in dem Du z.B. an Deinem Arbeitsplatz immer genug Wasser in Reichweite hast und zwischendurch regelmäßig ein paar Schlucke trinkst. Achte besonders auch beim Sport und bei großer Hitze, genug Wasser dabei zu haben und immer wieder zu trinken. Und das wichtigste: hör auf Deinen Körper. Er signalisiert Dir in der Regel sehr gut, wann er Flüssigkeit braucht. Achte auf Dein Durstgefühl und trink, wenn Du Durst verspürst.

Gesundheitsfrage 3: Bewege ich mich genug?

Gesundheit Frage Bewege ich mich genug?
Bewegung ist Medizin. Bild: Liliana Drew at Pexels

Wenn es irgendetwas gibt, was einem Wundermittel für die eigene Gesundheit am nächsten kommt, dann ist es meiner Meinung nach regelmäßige, ausreichende körperliche Bewegung. Unser menschlicher Körper ist für Bewegung und hier speziell fürs Laufen gemacht. Wir sind evolutionär eigentlich darauf ausgelegt, täglich für die Nahrungsbeschaffung oder auf der Flucht vor Fressfeinden weite Strecken zurückzulegen. Da kam in grauer Vorzeit schnell täglich ein Halb- oder gar ein ganzer Marathon zusammen. Lange Phasen der körperlichen Inaktivität waren unseren Vorfahren schlicht nicht möglich, wenn sie überleben wollten. Dementsprechend ist unsere heutige körperlich praktisch vollkommen inaktive und sitzende Lebensweise absolutes Gift für unsere körperliche und seelische Gesundheit.

Statt über 20 km wie unsere jagenden Vorfahren bewegen wir uns heute vielleicht noch 2 oder 3 km am Tag. Vielleicht sogar weniger. Zu den körperlichen Folgen dieses Bewegungsmangels gehören u.a. die Entstehung von Übergewicht, ein erhöhtes Risiko für Diabetes Typ 2, Arthritis, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und die allgemeine Verkümmerung des Bewegungsapparates. Im Bereich der Psyche erhöht Bewegungsmangel das Risiko für psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen, allgemeine Antriebslosigkeit und Stress. Auch für das ausufernde neurotische Verhalten in unserer Gesellschaft dürfte meiner Meinung nach der Bewegungsmangel einer der Hauptgründe sein. Weitere Infos zu den Folgen von Bewegungsmangel findest Du in diesem Beitrag von mir.

Wenn Du Dich also fragst, ob Du Dich für Deine Gesundheit ausreichend bewegst, wird die Antwort höchstwahrscheinlich negativ ausfallen. Lass Dich davon aber nicht entmutigen, Du musst nicht gleich einen Marathon laufen, um hier Verbesserungen zu erreichen. Schon kleine Bemühungen, im Alltag weniger zu sitzen und sich öfter zu bewegen, haben positive Wirkungen. Noch besser ist es natürlich, wenn Du aktiv Sport und Bewegung in Dein Leben bringst. Meine persönlichen Tipps, wie Du mit Sport anfangen kannst, habe ich in eigenem Beitrag zusammengestellt.

Gesundheitsfrage 4: Bin ich oft genug in der Natur?

Gesundheit Frage Bin ich oft genug in der Natur?
Wie oft bist Du draußen in der Natur? Bild: Edou Hoekstra at Pexels

Die meisten von uns leben heutzutage in einer komplett künstlichen Umgebung. Wir verbringen die Tage in klimatisierten Büros unter künstlichem Licht oder im Homeoffice in unserer Wohnung. Wir gehen aus, um diese Zeit dann wieder mehrheitlich in geschlossenen Räumen zu verbringen. Wir bewegen uns fort in abgekapselten Zügen, Autos oder Flugzeugen. Wir starren den ganzen Tag auf Bildschirme und umgeben uns mit künstlichen Konsumwelten, ob online oder im realen Leben. In wirklichen Kontakt mit der Natur, mit natürlichem Licht, guter Luft, mit Tieren und Pflanzen kommen wir praktisch gar nicht mehr.

Ich möchte hier keine primitive und alberne Zurück-zur-Natur Romantik vertreten, ich bin sehr glücklich über die Fortschritte unserer Zivilisation. Aber genau wie uns unsere moderne Lebensweise zu Problemen wie dem Bewegungsmangel und seinen gesundheitlichen Folgen führt, wirkt sich auch die Entfremdung von der Natur negativ auf unsere körperliche und seelische Gesundheit aus. Wir sind nun mal wie alle Lebewesen ursprünglich für ein Leben in freier Natur ausgelegt. Wir brauchen starkes natürliches Licht, um unseren Schlaf-Wach-Rhythmus und unsere Stimmungen zu steuern. Der Anblick von grüner, natürlicher Umgebung und des freien Himmels wirkt beruhigend und stresslindernd. Schadstoffarme natürliche Luft stärkt unser Atemwege und sogar die Ausdünstungen der Bäume in Waldgebieten scheinen positive gesundheitliche Effekte zu haben.

Kombiniert man den Aufenthalt in der Natur noch mit körperliche Bewegung scheinen sich die positiven gesundheitlichen Effekte noch zu verstärken. Frage Dich also regelmäßig, ob Du genug nach draußen ins Grüne kommst. Falls nein, musst Du übrigens kein teures Seminar zum „Waldbaden“ buchen. Plane einfach regelmäßige Aktivitäten in der Natur und wenn es erstmal nur ein regelmäßiger Spaziergang im Park in der Mittagspause ist, wenn Du in der Stadt wohnst. Tauche so oft wie möglich aus unseren künstlichen Arbeits-, Konsum- und Onlinewelten auf und spüre die positiven Effekte einer natürlichen Umgebung.

Gesundheitsfrage 5: Habe ich positive menschliche Kontakte?

Gesundheit Frage Habe ich positive menschliche Kontakte
Positive menschliche Kontakte stärken Seele und Körper. Bild: Matheus Ferrero at Pexels

Es wird in meinen Augen oft unterschätzt, wie wichtig gute soziale Kontakte für das seelische aber auch körperliche Wohlbefinden sind. Das heißt nicht, dass Du Dich ständig mit Menschenmassen umgeben und aus Deinem Leben eine Dauerparty machen musst, eine Vorstellung, die mir selbst eher Grausen einflößt. Aber gute soziale Kontakte sind ähnlich wichtig, wenn nicht noch wichtiger, für uns wie ausreichend regelmäßige Bewegung. Das ist bei näherem Hinsehen auch nicht verwunderlich: wir Menschen sind soziale Lebewesen, die nur in Gruppen überleben konnten und können. Fehlende oder negative soziale Beziehungen führen daher bei uns Menschen zu extremen Stress, der sowohl schwere psychische und auf Dauer auch körperliche Schäden hervorruft.

Wir benötigen das Gefühl, positiv in eine menschliche Gemeinschaft eingebunden zu sein und gute, stabile soziale Nahkontakte, d.h. eine gute Partnerschaft, enge Freunde und / oder familiäre Kontakte. Dabei kommt es weniger auf die Menge an, als primär auf die Qualität der Beziehungen. Also lieber einige wenige, dafür aber gute und verlässliche Freundschaften und Beziehungen, als viele oberflächliche. Wie viele soziale Kontakte man für das eigene Wohlbefinden braucht, ist dabei sehr individuell und schwer zu verallgemeinern. Dem einen reichen schon zwei oder drei gute Freunde, um sich wohl zu fühlen, ein anderer braucht vielleicht dreimal so viele.

Auch wann wir eine Freundschaft oder Beziehung als eng und gut empfinden, hängt sehr von unserer Persönlichkeit und Temperament ab. Wichtig ist in meinen Augen, dass wir ein gutes Gefühl haben, wenn wir mit unseren sozialen Kontakten zusammen sind. Hier sollten wir wieder in uns hineinhorchen und prüfen, wann und mit wem wir uns wohl fühlen und welche Kontakte uns gut tun. Wenn Du bei Deiner Selbstbefragung feststellst, dass es Dir an guten menschlichen Kontakten mangelt und Du Dich einsam fühlst, solltest Du etwas dagegen unternehmen.

Überleg Dir, wie Du wieder stärker mit Menschen in Kontakt kommen könntest. Hast Du vielleicht ein Hobby, über das Du Gleichgesinnte kennenlernen könntest? Oder nutze Sport und Bewegung (Frage 3), um z.B. über Vereine und Kurse anderen Menschen zu begegnen. Vielleicht hast Du auch gute Freunde, zu denen einfach der Kontakt eingeschlafen ist? Dann überwinde Dich und melde Dich bei Ihnen. Sich zu überwinden und auf Menschen zuzugehen ist oft schwierig, ich kenne das aus eigener Erfahrung. Aber es lohnt sich, nicht nur, aber auch für Deine Gesundheit.

Ich hoffe, die hier aufgelisteten Fragen helfen Dir, etwas für Deine Gesundheit und Dein Wohlbefinden zu tun. Probiere Sie aus und prüfe, was Dir davon gut tut und weiterhilft. Bitte beachte dabei immer: die hier vorgestellten Tipps können und wollen keinen ärztlichen oder psychologischen Rat ersetzen. Insbesondere, wenn Du Dich über mehrere Tage schlecht fühlst oder wenn Du Krankheitssymptome an Dir feststellst, ist es wichtig einen Arzt oder Psychologen zu konsultieren. Ein mögliches Angebot für eine sportmedizinische Beratung findest Du zum Beispiel hier.

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